13
Mehr Bewerber als Ausbildungsplätze – nicht jede Berufsfachschule kann dies
von sich behaupten. In Suhl bei den Büchsenmachern ist dies allerdings
Standard. Der Beruf ist begehrt. Auch wenn nicht jeder weiß, was eigentlich ein
Büchsenmacher ist. Mit Konservenbüchsen hat das Ganze allerdings rein gar
nichts zu tun.
Wer bisher nur die Fingernägel
gefeilt hat, ist nicht geeignet
L
.
utz Hennberg hat als Fachpraxis-
lehrer in seinen Klassen Schüler
aus ganz Deutschland sitzen. Manchmal
sind sogar Exoten dabei – aus Namibia,
Ungarn oder Norwegen. Eben weil die
jungen Leute Interesse daran haben,
Waffen selbst herstellen zu können. Die
Büchsen eben. Und wer sich hier Lehrer
nennen darf, der ist eigentlich ein
Handwerksmeister, der seinen Beruf
von der Pike auf gelernt hat. Nur so
kann den Auszubildenden solides Hand-
werk mit auf den Weg gegeben werden.
Da wundert es auch gar nicht, dass der
eine oder andere, der hier gelernt hat,
später etwas Besonderes aus seinem
Beruf gemacht hat.
Sandro Brieslinger beispielsweise fer-
tigt im Wintersportverein Oberhof Spe-
zialschäfte für Weltklasse-Biathleten.
Die Sportler kommen mit dem Traum
eines perfekten Gewehres in seine
Werkstatt und nach einigen Monaten
kann er dann die Waffe überreichen, die
individuell auf den einzelnen Athleten
zugeschnitten ist. Genau diesen Traum
träumt so mancher Schüler an der
Staatlichen Büchsenmacherschule Suhl.
Dabei ist die Ausbildung alles andere
als ein Zuckerschlecken. Im ersten
Lehrjahr gehört zur Grundausbildung
das Feilen. Tage – Wochen – Monate.
Wer bisher nur die Fingernägel gefeilt
hat, ist nicht geeignet“, spricht Schul-
leiterin Ina Stadt deutliche Worte. Ein
Stück Talent, viel Geschick und noch
mehr Enthusiasmus sollte man schon
mitbringen. Erst im zweiten Lehrjahr
beginnen sie damit, Waffenteile für ei-
ne Doppelflinte zu fertigen, die sie im
dritten Jahr fertig stellen. Und obwohl
es harte Tage sind, ist die Abbrecher-
quote hier nur äußerst minimal. Neben
der Metallausbildung wird auch ein hal-
bes Jahr lang Holzarbeit, das so genannte Schäften,
vermittelt. Den meisten Schülern reicht dies noch lan-
ge nicht aus. Sie qualifizieren sich auch später weiter
und wählen schon während der Lehrzeit die Möglich-
.
Büchsenmacher-Schule
.
keit, parallel zum staatlichen Abschluss
auch die Gesellenprüfung abzulegen.
Eine gute Kombination. „Das machen wir
schon seit 20 Jahren so. In dieser Rich-
tung waren wir Vorreiter“, so die Direk-
torin. (df)
MERKEL
Jagd- und Sportwaffen GmbH
Schützenstraße 26 | D-98527 Suhl
HIGHTECH TRIFFT TRADITION
Ingenieure und Büchsenmacher entwickeln
bei uns die Jagdgewehre der Zukunft.
Foto: